
Wenn deine Website wächst dann kann Shared Hosting irgendwann nicht mehr ausreichen. In diesem Artikel zeige ich dir, wie du schrittweise und sicher von Shared Hosting auf einen eigenen VPS mit cPanel umziehst – inklusive Tipps, worauf du achten musst.
Warum der Wechsel sinnvoll ist
- Mehr Ressourcen: RAM, CPU, SSD, dedizierte Umgebung – statt geteilter Ressourcen mit anderen Kunden.
- Mehr Kontrolle: Du kannst eigene Softwareversionen wählen, Einstellungen anpassen, SSH nutzen, Cronjobs laufen lassen.
- Bessere Performance & Skalierbarkeit: Bei Traffic-Spitzen reagierst du flexibler.
- Professioneller Auftritt: Hosting mit eigener Infrastruktur wirkt vertrauenswürdiger.
Der Überblick – diese Schritte solltest du planen
- VPS-Anbieter & Setup auswählen
- cPanel installieren bzw. Lizenz sicherstellen
- Daten & Inhalte vom alten Hosting migrieren
- Domains, DNS & SSL umziehen
- Tests, Optimierung & Umschaltung
- Alt-Hosting stilllegen
Schritt 1: VPS-Anbieter & Setup auswählen
Wähle einen VPS-Anbieter, der gute Leistung bietet und mit cPanel kompatibel ist. Achte auf:
- SSD oder NVMe-Speicher
- Ausreichend RAM & CPU (je nach Website-Größe)
- Root-Zugriff oder zumindest Semi-Managed Option
- Gute Datacenter-Lage (z. B. Deutschland/EU)
- cPanel Lizenz oder Möglichkeit zur Lizenz-Übernahme
Schritt 2: cPanel installieren bzw. Lizenz sicherstellen
cPanel ist ein beliebtes Hosting-Control-Panel, das viele Aufgaben vereinfacht. Wenn der VPS neu ist, musst du cPanel ggf. installieren oder aktivieren. Wichtige Hinweise:
- cPanel verlangt eine Lizenzierung pro Server.
- Lies die cPanel-Installations-Dokumentation (welche OS-Versionen unterstützt werden).
- Achte auf Sicherheitsaspekte: Firewall, automatische Updates, Backup-Plan.
Schritt 3: Daten & Inhalte migrieren
Bei der Migration sind häufig folgende Inhalte betroffen: WordPress oder andere CMS, Datenbanken, E-Mails, Cronjobs, SSL-Zertifikate. Einige Tipps zu weniger dokumentierten Problemen:
- Dateiberechtigungen: Auf dem VPS können sich Standard-Rechte unterscheiden (z. B. „www-data“ vs. „nobody“) – teste, ob Website und Plugins nach dem Umzug korrekt funktionieren.
- Datenbank-Versionen: Wenn auf dem Shared-Host z. B. MySQL 5.x lief und der VPS MySQL 8.x hat, könnten Kompatibilitätsprobleme auftreten – teste vorab.
- E-Mail-Migration: Alte Emails liegen meist in Maildir oder mbox-Format – prüfe, ob dein VPS-Setup identisch ist, damit keine Mails verloren gehen.
- Cronjobs & PHP-Versionen: Manche Shared-Umgebungen nutzen ältere PHP-Versionen oder andere Pfade – stelle sicher, dass Cron-Jobs und Skripte vom VPS unterstützt werden.
Schritt 4: Domains, DNS & SSL umziehen
- Ändere die DNS-Einträge der Domain so, dass sie auf den neuen VPS zeigen (A-Record, ggf. AAAA).
- Warte auf DNS-Propagation (kann bis zu 24 h dauern) – in dieser Zeit kannst du parallel testen.
- Übertrage oder generiere neue SSL-Zertifikate (z. B. mit Let’s Encrypt) auf dem VPS.
- Falls E-Mail-Server unter der Domain läuft, denke daran, MX-Records und SPF/DKIM-Einträge anzupassen.
Schritt 5: Tests, Optimierung & Umschaltung
- Teste die Website ausführlich im neuen Setup: Funktionalität, Performance, Mobile-Ansicht.
- Benutze Tools wie GTmetrix oder PageSpeed Insights, um zu prüfen, ob Ladezeiten besser sind.
- Konfiguriere regelmäßige Backups (ontop vom cPanel-Backup) – z. B. Remote-Backup auf ein anderes System.
- Wenn alles funktioniert: Umschaltung → DNS Live schalten → Shared-Hosting löschen oder als Backup behalten.
Schritt 6: Alt-Hosting stilllegen
- Nach einer Überwachungsphase (z. B. 1–2 Wochen) kannst du das Shared-Hosting kündigen oder in einen günstigen Backup-Tarif umwandeln.
- Bewahre alle alten Daten noch für einen Monat auf (als Sicherheitsnetz), bevor du endgültig löschst.
Häufige Stolperfallen & Tipps
- DNS-Caching: Manche Nutzer sehen noch alte Versionen – empfehle ihnen, Browsercache & DNS-Cache zu leeren.
- Pfadänderungen: Wenn dein neues System andere Pfade nutzt (z. B.
/home/username/public_htmlvs./home/username/www), könnten Plugins/Theme-Dateien fehlschlagen. - Ressourcenlimits: Auch auf dem VPS kannst du Limits setzen – überlege, ob du cPanel-Limits (z. B. Inodes, Prozesse) anpasst.
- Sicherheit beim VPS: Standard-SSH-Port ändern, Root-Login deaktivieren, Fail2ban einrichten, regelmäßig Updates fahren.
Warum gerade jetzt?
Gerade im Jahr 2025 zeigt sich laut Branchenanalysen: Hosting verschiebt sich hin zu Hybrid-Cloud, Edge-Computing, KI-gestützter Optimierung und Nachhaltigkeit. Wenn du also frühzeitig auf einen VPS mit solider Architektur wechselst, bist du zukunftsfähiger aufgestellt — bessere Performance, bessere Kontrolle, evtl. auch bessere Umweltbilanz.
Fazit
Ein Umstieg von Shared Hosting auf einen VPS mit cPanel ist zwar mit Planung verbunden, aber gut machbar – und er bringt viele Vorteile: mehr Kontrolle, bessere Performance und stabile Grundlage für dein Wachstum. Wenn du Schritt für Schritt vorgehst – wie oben beschrieben – minimierst du Risiken und kannst dich voll auf deine Website und dein Projekt konzentrieren.